Ein Berufsbild zwischen Vorurteilen
und fantastischen Vorstellungen.

Grafik, Design, Illustration, Webentwicklung, Konzeption und Beratung. ​

Viele haben keine konkrete Vorstellung darüber, was ein Mediengestalter eigentlich macht. Für die einen sind es die Typen, die „irgendwas hippes mit Medien“ machen und die komplette Ausstattung der Apfel-Produkte und vieler Technik-Gadgets besitzen.
Und die anderen bedauern dich als einen Workaholic, der rund um die Uhr am Rechner hängt, pausenlos Überstunden kloppt und in ein paar Jahren höchstwahrscheinlich wahrscheinlich unter einem Burn-Out kolabiert. Nicht jedoch ohne zuvor in zig großen Werbeagenturen ordentlich Zaster gescheffelt zu haben – denn mit Werbung lässt sich ja bekanntlich viel, sogar sehr viel Geld verdienen. Soso. Dieses investiert er dann in fortgeschrittenen Jahren in wieder in seine Gesundheit. 
Apropos hohes Alter: Mediengestalter sind jung, dynamisch und allein stehend. Fragt sich, wo sie im fortgeschrittenen Alter hin sind … 😉 

Ich erzähle mal ein wenig von mir ...

Gezeichnet habe ich schon immer gerne.  Außerdem konnte ich einen 364 bzw. Atari ein- und ausschalten und ein paar Spiele daddeln (wir reden hier von dem Jahr ’96: Prince of Persia, Summer- und Winter-Games  und Super Mario). Ich in quasi einer der ältesten „Digital Natives“ oder „Millenials“ oder aus der Generation Y  – sucht euch einen Namen für die Schublade aus.

Naja, das reichte dem damaligen Jobberater in Erkelenz vollkommen aus, um mir 1997 eine Ausbildung als GTA zu empfehlen. Statt einem Studium der „visuellen Kommunikation“ bin ich so drei Jahre später in einer Werbeagentur gelandet.
Natürlich nur vorerst – ich wollte nie einen reinen Bürojob machen!

Seit 2000, dem „Millenium-Jahr“, das Jahr in dem der Startschuss des unbegrenzten Surfens dank  Zugang zu einer ISDN-Flatrate ermöglicht wurde, baue ich nun Internetseiten. Also eigentlich schon ziemlich lange. Zunächst für eine Auflösung von 800 x 600 Pixeln, später für immer größere Monitore, besserer Verbindung und moderner Darstellungsmethoden. Damals waren Tablets nicht in Umlauf, Smartphones noch bleischwere Knochen und das Surfen war umständlich und auf nur ein paar Textzeilen mit Bildern begrenzt. Ganz anders als heutzutage. Und NEIN ich sage nicht, dass es damals besser war! Das Internet definitiv nicht!

Ihr wollte eine Zeitreise machen? Dann schaut euch mal den Vorläufer jeder beliebigen alten Seiten über die Wayback-Machine an.

Jahrelang arbeitete ich gegen Deadlines, Timelines und Milestones an, saß in Kick-Up-Meetings und Briefings, legte Layouts an, verwarf sie, erstellte neu und realisierte sie zusammen mit meinem großartigen Team.  

Dieser „Workflow“ fordert ständig deine „Soft-Skills“, die du unbedingt als Medientuppes mitbringen solltest: Teamgeist, Empathie und ein Faible für Buzzword-Bingo.

Bei reinem Webdesign ist es natürlich nicht geblieben. Ich entwarf Logos, setzte zahlreiche Flyer, Broschüren und Visitenkarten, animierte Comics und retuschierte unzählige Fotos und Bilder. 
Außerdem mache ich mir Gedanken zu den Inhalten einer Webseite oder Anzeige.  

So sind in über zwanzig Jahren Erfahrung einige Dinge zusammengekommen. 

Kommt, ich bring es mal eben auf den Punkt: 

HARD SKILLS

Konzeption 

  • Konzeptionierung von ganzheitlichen crossmedialen Lösungswegen: CI-Entwicklung, Website, Onlineshop, Social Media, Geschäftsausstattung, Beschilderung, etc.
  • Konzeptionierung von reinen Online Auftritten: Image-Websites, Promo-Seiten, Online-Shops, News-Portalen, etc.
  • Office Word: Erstellung und Redaktion von Texten
  • Entwicklung von Bild-Ideen in Absprache mit Fotografen
  • Erstellung des Inhalts für ganzheitlichen crossmedialen Lösungen
  • Erstellung, Versand und Verwaltung von Newslettern

Content 

  • Copies
  • Slogans
  • Vision- &  Missionstatement
  • Anzeigen-Kampagnen
  • Inhaltsrecherche
  • Social Media
  • SEO Texte

Bild-/ Grafikbearbeitung

  • Bildbearbeitung, Beautyretusche, Composings, Webseiten- Layouts
  • CI/CD Entwicklung, Logo Erstellung, Illustrationen
  • Videoschnitt
  • Fotografische Aufnahmen
  • Non-digital: Freihand-Zeichnen und Koloration mit klassischen Malmedien

Layouterstellung

  • Adobe Indesign: Satz von diversen Print-Produkten (Broschüren, Flyer, Visitenkarten, etc.)
  • Adobe Illustrator: Anlegen von Beschilderungs-Entwürfen

Programmierung

  • HTML5
  • CSS (Grundkenntnisse SASS und LESS)

SEO/ SEA

  • Erstellung von Webseiten unter Berücksichtigung der aktuellen SEO Maßnahmen
  • SEO konforme Inhaltserstellung
  • Erstellung und Verwaltung von Google Adwords Kampagnen

CM Systeme

  • WordPress: Struktur- und Inhaltsverwaltung, Theme- und Plugin-Setup
  • Weitere CM Systeme: Contenido, Concrete 5, Aitsu

Social Media

  • Anlegen / Verwalten von Seiten und Streuung von Content auf Facebook, Instagram

Kommunikation

  • Office Outlook: Mailversand und Terminverwaltung
  • Office Power Point: Vorbereitung und Durchführung von Präsentationen
  • Durchführung von Briefings mit Kunden und/oder dem Team: persönlich oder digital via Teamviewer
  • Betreuung der Auszubildenden

SOFT SKILLS

  • Leidenschaft
  • Motivation
  • Neugierde – DIE Voraussetzung für Kreativität.
  • Einfühlungsvermögen
  • Flexibilität
  • Teamfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Kommunikative Kompetenz
  • Analytische Kompetenz
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Selbstbewusstsein
  • Selbstdisziplin/Selbstbeherrschung
  • Leistungsbereitschaft
  • Zielorientierung
  • Selbstmanagement
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Konfliktfähigkeit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Zuverlässigkeit

Ihr seht, der Beruf des Mediengestalters ist kein langweiliges Berufsfeld. Je nach Agentur, Auftraggeber, Projekt, Thema und Zeitgeist variieren die Aufgaben, aber eins haben sie alle gemein: du erschaffst immer etwas neues – vielleicht ähnlich und artverwandt – aber niemals zweimal das Gleiche. Alle möglichen Variablen werden zu Beginn eines Projektes neu gesetzt: Anforderungen, Kundenwünsche, technische Gegebenheiten, Budget, Zeitrahmen und die Menschen, die an der Idee mitarbeiten. 

Wir wandeln Ideen in etwas greifbares. 
Darum wird es nie langweilig. 
Ich liebe meinen Beruf.  

Ich frag mich nur, wann ich mir ein Mac-Produkt kaufen sollte. Vielleicht dann, wenn ich in dieses besagte „Hohe Alter“ komme. Bisher bin ich um beides erfolgreich drum herum gekommen 🙂